Aphasie
Aphasie
Stellen Sie sich vor Sie sind zu Hause. Sie nehmen die Zeitung in die Hand und richten Ihren Blick auf die Schlagzeile. Es scheint so als wäre alles wie immer. Nur sieht man von außen nicht, dass Ihnen das Lesen schwer fällt. Beim Sprechen mit Ihren Angehörigen kommen nur vereinzelte Worte aus ihrem Mund. Scheinbar werden diese nicht verstanden. Sie nehmen einen Stift in die Hand, aber das was Sie schreiben ist nicht das, was Sie sagen wollen. So könnte der Alltag eines Menschen mit Aphasie aussehen.
Was ist Aphasie?
Das Wort Aphasie kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie ‘ohne Sprache’. Der medizinische Begriff beschreibt also die Störung der Sprache. Aphasien sind so individuell wie Menschen es sind. Es können alle Bereiche der Sprache (Verstehen, Lesen, Schreiben und Sprechen) oder auch nur Teile dessen betroffen sein. Die Ursache für eine Aphasie ist eine Schädigung des Gehirns, z.B. nach einem Schlaganfall. In Deutschland werden bei ca. 80. 000 Menschen pro Jahr eine Aphasie durch einen Schlaganfall diagnostiziert.
Die Sprache ist unser Hauptwerkzeug um zu kommunizieren. Wenn diese auf einmal nicht mehr funktioniert wie gewohnt, kann das eine große Herausforderung sein – sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Immer wieder kommen Patienten zu uns, denen mit den Worten “Ich weiß, dass Sie wissen, was sie sagen wollen” Tränen in den Augen steigen. Das Vorurteil, dass mancheine Aphasie einer Demenz gleichzusetzen ist, hält sich. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Betroffene von ihrer Aphasie in ihrer Sprache, jedoch NICHT in ihrem Denken eingeschränkt sind. Auch ist das Bedürfnis zu kommunizieren häufig sehr groß. Man darf eine Aphasie keinesfalls mit einem Wunsch nicht zu sprechen gleichsetzen.
Im Umgang mit Aphasikern kann es helfen den Betroffenen Zeit zum Antworten zu geben. Der Einsatz von Gestik, einfache Ja-Nein-Fragen bei Unsicherheiten und ein ruhiges Umfeld können die Kommunikation erleichtern. Verlieren Sie nicht den Mut!
In der Therapie
Die logopädische Therapie bei Aphasie sollte so bald wie möglich beginnen. Nach einem Aufenthalt in einer Klinik oder nach einem Reha-Aufenthalt stellt der HNO-Arzt oder Neurologe eine Heilmittelverordnung aus, mit der eine Therapie in der ambulanten Praxis begonnen werden kann.
Nach einem Diagnostiktermin bei uns, werden gemeinsame Ziele für die Therapie festgelegt. Nach Wunsch werden Übungen auch für die Zeit außerhalb der Therapie besprochen und mitgegeben. Unsere Therapeutinnen gehen auf jeden Menschen individuell ein und holen ihn dort ab, wo er steht. Auch Angehörige können in die Therapie einbezogen werden.
Vereinbaren Sie einen Termin mit uns und klären Sie Fragen oder Wünsche mit einer unserer Therapeutinnen. Wir freuen uns darauf Sie kennenzulernen!